Zwei sehr ärgerliche Ereignisse werfen wieder einmal einen Schatten auf den ansonsten so reibungslosen ICE Verkehr. Am Freitag ist ein ICE der Baureihe 411 in München auf genau den selben Prellbock aufgefahren, der vor einigen Wochen schon einmal für Schlagzeilen sorgte. Der ICE 1501 wurde von einem 51-jährigem Lokführer gesteuert, der sich beim Aufprall den Arm verstauchte. Weitere Verletzte gab es zum Glück nicht. Fünf für genau diesen Zweck vorgesehene Bodenplatten wurde verschoben und dabei zerstört. Da der Lokführer nicht mehr zum jungen Semester gezählt werden kann, gehe ich mal davon aus, dass es sich nicht um einen Bereitstellungslokführer handelte. Diese jungen Kollegen verfügen altersgemäss über keinen grossen Erfahrungschatz, dieser langjährige Kollege allerdings. Über die Ursache lässt sich also nur spekulieren. Ein technisches Versagen ist meiner Meinung sehr unwahrscheinlich, da das Bremssystem über mehrere Rückfallebenen verfügt und es jederzeit möglich sein sollte, den Zug zum stehen zu bringen. Selbst bei kompletter Störung des Bremsrechners ist ein manueller Eingriff noch möglich.
Weiterhin wurde erst jetzt bekannt, dass sich eine weiter sehr gefährliche Situation bereits Anfang Juli ereignete. Dabei ist ein ICE in der Nähe des Bahnhofs Reichertshausen bei einem Gleiswechsel mit stark überhöhter Geschwindigkeit gefahren. In den Medien kursieren die Zahlen, das der Zug anstelle von 80 km/h mit 140 km/h gefahren sein soll. Mir erscheint das auch wieder mehr als fraglich. Bei einer Begrenzung von 80 km/h, ist der Triebfahrzeugführer gezwungen, diese Geschwindigkeitsermässigung per PZB zu quittieren, so das im Triebzug eine Beeinflussungskurve ausgelöst wird. Nach dieser Kurve hat der Tf 20 Sekunden Zeit mit der Geschwindigkeit unter 85 km/h zu kommen, ansonsten wird der Zug zwangsgebremst. Weiterhin wird er sofort zwangsgebremst, wenn er diese Quittierung “vergisst”. Das Eisenbahnbundesamt untersucht den Fall, erwartungsgemäss liegen hier die Ergebnisse in ferner Zukunft. Ernsthaft verletzt wurde niemand, ein Gastromitarbeit viel dermassen stark hin, dass er bewusstlos liegen blieb. Koffer und Taschen flogen durch den Zug und es entstand eine Panik. Der Zug hielt im nächsten Bahnhof Pfaffenhofen und wurde Notärztlich versorgt.