Schon wieder Lokführer verdroschen

Ein Lokführer der Deutschen Bahn und ein Fahrgast, der ihm zur Hilfe kam, sind in der Nacht zum Dienstag von fünf jungen Männern verprügelt worden. Die Täter im Alter zwischen 15 und 22 Jahren hatten am Bahnhof Forth im Kreis Erlangen zunächst die Weiterfahrt einer Regionalbahn verhindert, indem sie die Tür blockierten, wie die Bundespolizei mitteilte.

Als der Lokführer nach vergeblichen Bitten die Gruppe aus dem Eingangsbereich drängen wollte, schlugen zwei der Männer auf ihn ein. Ein 21-jähriger Fahrgast, der zur Hilfe eilte, wurde mit einem Messer bedroht, getreten und geschlagen. Er erlitt Prellungen am ganzen Körper und im Gesicht. Zudem wurden ihm mehrere Ohrringe herausgerissen. Der Lokführer klagte über Kopfschmerzen, konnte seinen Dienst aber fortsetzen.

Die Schläger flüchten zunächst, wurden aber kurze Zeit später von der Polizei gefasst. weiterlesen »

Medienecho auf Selbstmord Enkes und das Leid der Lokführer

Trotz einer inzwischen schon stattfindenden Abschwellung, berichteten die Medien in den letzten Tagen sehr offen über das Thema Suizid durch Bahnfahrzeuge. Das Tabu war in diesem Fall gebrochen und alle stürzten sich darauf. Die Angst vor Nachahmern war in diesem Fall zweitrangig, da es sich um einen Promi handelte und das ins allgemeine Interesse rückte. Auch der leidtragende Lokführer gelangte ins Interesse der Medien, hat sich aber meines Wissens abgeschottet. Verständlich, nach einem solchem Erlebnis. Also mussten andere betroffenen Lokführer “ausgekramt” werden. Welche, bei denen das traumatische Ereignis schon länger zurückliegt und ein berichten darüber für den Leser interessant, weil unfassbar, für den Lokführer aber erträglich und vielleicht sogar inzwischen befreiend wirken könnte. Auch ich hatte Anrufe von Medien, um in einer Talkshow meine Erfahrungen – meine persönlichsten – als Betroffener zum Besten zu geben.

Meiner Meinung nach zielt diese ganze Medienflut nicht auf das wahre Problem, sondern möchte mit der Fassungslosigkeit der Leser einfach nur mal schnell Kasse machen.  Um dem wahren Problem an dem Leid des Lokführers beizukommen, gibt es meines Wissens kaum Möglichkeiten. Der Schaden ist nach dem Aufprall da und geht nur unter sehr begrenzten Beihilfen wieder weg. Man kann dem Lokführer helfen, aber letztendlich muss er und seine Seele, diesen Schlag ausheilen und das kann er nur mit sich selbst ausmachen. Mir selbst wurden damals Gespräche mit einer dafür spezialisierten Psychologin angeboten die ich Anfangs auch wahrnahm. Ich war jedoch schnell überrascht über den geringen Tiefgang dieser Gespräche, bei denen es meist nur darum ging, wie ich schlafen würde und dass ich mir doch bitte eingestehen sollte, dass ich nicht Schuld sei. Letzten Endes kam das schale Gefühl auf, dass es dem Arbeitgeber nur darum ging, vorzeitige Rentenansprüche möglichst zu vermeiden. Aber dies kann auch nur von mir subjektiv so empfunden worden sein, in der Zeit “danach” war sowieso vieles wie auf den Kopf gestellt.

Es gibt aber in den Medien auch Ausnahmen und Artikel, die auch ich gerne lese, weil sich der Wahrheit ziemlich nah kommen. Allen voran ist mir da ein Artikel aus der NZZ aufgefallen.

Ohne jede Chance – Der Selbstmörder auf dem Bahngeleise, das Trauma eines jeden Lofkührers

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Auch in der Abendzeitung München ist ein ganz interessanter Artikel mit einem Interview es Lokführers der das Trauma vor einigen Jahren erlebte.

“Die Angst fährt mit”

Hier noch weitere Artikel:

Aus der Frankfurter Rundschau: Bahn befürchtet “Werther Effekt” – Trauma auf der Lok

Aus der Süddeutschen Zeitung: Suizid auf den Gleisen: Es passiert dreimal am Tag

Mainpost: Die Qualen der Lokführer – Suizide bereiten der Bahn große Probleme


Einfühlsamer Beitrag über Lokführer und Suizid

9f672d5bcfe2699f215e50621269Friedhelm Weidelich hat in seinem Railomotive Blog einen sehr lesenswerten Artikel über Lokführer und Suizid geschrieben. Dieses Thema ist sehr heikel und wird in der Öffentlichkeit meist unterdrückt. Jeder weiss, dass es für einen Triebfahrzeugführer der Horror ist, man schüttelt den Kopf, aufgrund der Fassungslosigkeit. Meist hat es sich damit dann auch schon und man geht wieder zum Tagesgeschäft über. Weidelich geht hier einen Schritt weiter und überlässt es nicht dem Leser sich über das Thema auszuschweigen. Er deutet auf die offenen Wunden, die meist ein Leben lang nicht heilen, mit denen der Lokführer einfach ab da an zu leben hat. Es wird Teil seines Lebens und er muss einen Weg finden, dieses Erlebnis für immer darin einzubetten. Beim Lesen könnte man meinen der Autor wäre selbst ein Lokführer, so gut gelingt es ihm, sich einzufühlen.

Ich empfehle jedem Besucher meiner Seite diesen Artikel zu lesen. Vielen Dank an Friedhelm Weidelich!

Hier nochmal der Link zu dem Beitrag.

SBB bildet 180 Lokführer aus

Fahrt in den RuhestandBern (awp/sda) – Die SBB bildet ab nächstem Jahr 180 neue Lokführerinnen und Lokführer aus. Rund zwei Drittel der neuen Lokführer werden Abgänge ersetzen. Zusätzlich werden rund 60 neue Lokführer “für den künftigen Bedarf” ausgebildet, wie SBB-Sprecher Reto Kormann am Mittwoch sagte.

Die Ausbildung zum Lokomotivführer gliedert sich gemäss einer Medienmitteilung der SBB in eine zwölfwöchige theoretische Basisausbildung und eine anschliessende praxisorientierte Vertiefungsausbildung. Diese dauert zwischen sieben und neun Monaten. Die ersten Kurse starten im März 2010. weiterlesen »

Lokführer durch Steinwürfe verletzt

Kiel (ots) – Am frühen Abend des 19.06.09 wurde die Bundespolizeiinspektion Kiel durch die Notfallleitstelle der Bahn darüber informiert, dass die Regionalbahn von Kiel nach Lübeck in Preetz mit Steinen beworfen worden sei. Dabei wurde der Lokführer durch Glassplitter am Auge verletzt, konnte nach einer Behandlung im Krankenhaus von dort wieder entlassen werden. weiterlesen »

Lokführer beworfen und geschlagen

Äußerst aggressiv und rücksichtlos gingen am gestrigen Abend drei Graffiti-Sprayer gegen einen Lokführer im Abstellbahnhof Wuppertal-Langerfeld vor. Das Trio war gegen 19.30 Uhr bei der Tatausführung von dem Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG überrascht worden. Ein Täter schlug dann mit einem Rucksack, der mit Farbsprühdosen gefüllt war, auf das Opfer ein. Eine Täterin bewarf den Mann mit Schottersteinen, traf ihn zum Glück aber nicht. weiterlesen »

Mein Weg ins Cockpit des ICE

Hallo liebe Eisenbahnfans!

Ich möchte in Zukunft auf dieser Seite über meinen Werdegang vom Nahverkehrs Lokführer zum Führer des ICEs und anderer Züge im Fernverkehr berichten. Ich selbst bin seit 1991 Lokführer der DB Regio AG und habe unendlich viele Kilometer, unzählige Halte und Ansagen hinter mir. Nun habe ich es geschafft eine Stelle im Fernverkehr zu bekommen und freue mich sehr über meine neue berufliche Zukunft. 

Auf diese Seite werde ich ab und zu von der Ausbildung berichten. Ich werde auch das eine oder andere Bild für Euch hoch laden.

Viel Spass beim Lesen!

Markus