Monatsarchiv: November 2009

Stromschlag durch Oberleitung beim Klettern auf Güterwagen

Die Oberleitung der Bahn steht ständig unter 15000 Volt Hochspannung.

Die Oberleitung der Bahn steht ständig unter 15000 Volt Hochspannung.

BREMEN. Ein 16-Jähriger hat beim Klettern auf einem Güterwaggon in Bremen einen Stromschlag erlitten und ist dabei lebensgefährlich verletzt worden. Er war in der Nacht zu Sonnabend mit einem Freund (17) auf das Bahngelände an der Strecke Bremen-Hannover gegangen. Was die beiden dort vorhatten, ist derzeit noch unklar. Sicher ist nur, dass der 16-Jährige an der Leiter, die an dem abgestellten Güterzug befestigt war, auf den Waggon kletterte. Dabei kam er der 15 000 Volt führenden Oberleitung zu nah. Ein Lichtblitz sprang auf ihn über. Mit brennender Kleidung fiel der Jugendliche ins Gleisbett und zog sich weitere Verletzungen zu.
Sein Freund erstickte daraufhin die Flammen mit seiner Jacke. Anschließend trug er ihn rund 200 Meter über die Gleise und einen Bahndamm zur Straße. “Auch das war lebensgefährlich”, sagte Holger Jureczko, Sprecher der zuständigen Bundespolizeiinspektion Bremen. “Auf diesem Streckenabschnitt sind die Züge mit 160 Kilometern in der Stunde unterwegs. Da bleibt einem kaum Zeit zu reagieren, wenn sich ein Zug nähert.”
An der Straße angekommen, rief der Freund seinen Vater über sein Handy an. Erst als dieser dort eintraf, rief er Feuerwehr und Polizei um Hilfe – eine halbe Stunde nach dem Unglück. Offenbar war der 17-Jährige derart geschockt, dass er vergaß, zuerst die Retter zu informieren. Bislang konnte er von den Beamten nicht vernommen werden. weiterlesen »

Medienecho auf Selbstmord Enkes und das Leid der Lokführer

Trotz einer inzwischen schon stattfindenden Abschwellung, berichteten die Medien in den letzten Tagen sehr offen über das Thema Suizid durch Bahnfahrzeuge. Das Tabu war in diesem Fall gebrochen und alle stürzten sich darauf. Die Angst vor Nachahmern war in diesem Fall zweitrangig, da es sich um einen Promi handelte und das ins allgemeine Interesse rückte. Auch der leidtragende Lokführer gelangte ins Interesse der Medien, hat sich aber meines Wissens abgeschottet. Verständlich, nach einem solchem Erlebnis. Also mussten andere betroffenen Lokführer “ausgekramt” werden. Welche, bei denen das traumatische Ereignis schon länger zurückliegt und ein berichten darüber für den Leser interessant, weil unfassbar, für den Lokführer aber erträglich und vielleicht sogar inzwischen befreiend wirken könnte. Auch ich hatte Anrufe von Medien, um in einer Talkshow meine Erfahrungen – meine persönlichsten – als Betroffener zum Besten zu geben.

Meiner Meinung nach zielt diese ganze Medienflut nicht auf das wahre Problem, sondern möchte mit der Fassungslosigkeit der Leser einfach nur mal schnell Kasse machen.  Um dem wahren Problem an dem Leid des Lokführers beizukommen, gibt es meines Wissens kaum Möglichkeiten. Der Schaden ist nach dem Aufprall da und geht nur unter sehr begrenzten Beihilfen wieder weg. Man kann dem Lokführer helfen, aber letztendlich muss er und seine Seele, diesen Schlag ausheilen und das kann er nur mit sich selbst ausmachen. Mir selbst wurden damals Gespräche mit einer dafür spezialisierten Psychologin angeboten die ich Anfangs auch wahrnahm. Ich war jedoch schnell überrascht über den geringen Tiefgang dieser Gespräche, bei denen es meist nur darum ging, wie ich schlafen würde und dass ich mir doch bitte eingestehen sollte, dass ich nicht Schuld sei. Letzten Endes kam das schale Gefühl auf, dass es dem Arbeitgeber nur darum ging, vorzeitige Rentenansprüche möglichst zu vermeiden. Aber dies kann auch nur von mir subjektiv so empfunden worden sein, in der Zeit “danach” war sowieso vieles wie auf den Kopf gestellt.

Es gibt aber in den Medien auch Ausnahmen und Artikel, die auch ich gerne lese, weil sich der Wahrheit ziemlich nah kommen. Allen voran ist mir da ein Artikel aus der NZZ aufgefallen.

Ohne jede Chance – Der Selbstmörder auf dem Bahngeleise, das Trauma eines jeden Lofkührers

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Auch in der Abendzeitung München ist ein ganz interessanter Artikel mit einem Interview es Lokführers der das Trauma vor einigen Jahren erlebte.

“Die Angst fährt mit”

Hier noch weitere Artikel:

Aus der Frankfurter Rundschau: Bahn befürchtet “Werther Effekt” – Trauma auf der Lok

Aus der Süddeutschen Zeitung: Suizid auf den Gleisen: Es passiert dreimal am Tag

Mainpost: Die Qualen der Lokführer – Suizide bereiten der Bahn große Probleme


Einfühlsamer Beitrag über Lokführer und Suizid

9f672d5bcfe2699f215e50621269Friedhelm Weidelich hat in seinem Railomotive Blog einen sehr lesenswerten Artikel über Lokführer und Suizid geschrieben. Dieses Thema ist sehr heikel und wird in der Öffentlichkeit meist unterdrückt. Jeder weiss, dass es für einen Triebfahrzeugführer der Horror ist, man schüttelt den Kopf, aufgrund der Fassungslosigkeit. Meist hat es sich damit dann auch schon und man geht wieder zum Tagesgeschäft über. Weidelich geht hier einen Schritt weiter und überlässt es nicht dem Leser sich über das Thema auszuschweigen. Er deutet auf die offenen Wunden, die meist ein Leben lang nicht heilen, mit denen der Lokführer einfach ab da an zu leben hat. Es wird Teil seines Lebens und er muss einen Weg finden, dieses Erlebnis für immer darin einzubetten. Beim Lesen könnte man meinen der Autor wäre selbst ein Lokführer, so gut gelingt es ihm, sich einzufühlen.

Ich empfehle jedem Besucher meiner Seite diesen Artikel zu lesen. Vielen Dank an Friedhelm Weidelich!

Hier nochmal der Link zu dem Beitrag.

Bombardier liefert erste ALP-46A Loks aus

ALP-46ABombardier Transportation hat heute am Produktionsstandort Kassel die erste von insgesamt 36 Elektrolokomotiven vom Typ ALP-46A an die New Jersey Transit Corporation (NJ TRANSIT) übergeben. Die Lokomotive ist Bestandteil einer Flotten-Bestellung aus dem Februar 2008, die NJ TRANSIT für den Einsatz im Personenverkehr vorgesehen hat. Bereits seit 2002 sind Elektrolokomotiven von Bombardier bei NJ TRANSIT im Einsatz und befördern durchschnittlich 250.000 Passagiere zwischen New Jersey und Manhattan am Tag.

„Diesen Folgeauftrag verdanken wir der hohen Qualität und Leistungsfähigkeit der ersten Serie ALP-46-Lokomotiven, die sich seit Jahren bei NJ TRANSIT erfolgreich bewähren“, so Peter Ammann, Vice President Sales & Marketing Locomotives, Bombardier Transportation. weiterlesen »

Nord-Ostsee Bahn tötet drei Rinder

muh_04Bad Bramstedt – Am 10.11.09 gegen 00.00 Uhr befanden sich in Bokelholm bei Rendsburg mehrere Rinder auf den Bahngleisen. Ein Zug der Nord-Ostsee Bahn, der sich auf dem Weg nach Kiel befand, fuhr trotz eingeleiteter Schnellbremsung in die Tierherde. Dabei wurden drei Kühe getötet und eine Kuh verletzt. Die Höhe des Schadens am Triebfahrzeug steht noch nicht fest. Im Zug befanden sich fünf Fahrgäste, die glücklicherweise nicht zu Schaden kamen. Ihre Reise setzten sie mit Taxis fort. Die Bahnstrecke war wegen der Aufräumarbeiten für etwa zwei Stunden gesperrt. Die Bundespolizei, die Freiwillige Feuerwehr und die Landespolizei suchten die Strecke nach weiteren Rindern ab. Nach Beendigung der Maßnahmen vor Ort konnte der Zug seine Fahrt in   Richtung Nortorf im Schritttempo fortsetzen und die Bahnstreckewieder wurde wieder freigegeben. Die Ermittlungen der Bundespolizei dauern an.

Krieg in der Regionalbahn

Hannoverhooligans – 07.11.2009,  20:50 Uhr Haltepunkt Weddel bei Braunschweig
Braunschweiger Hooligans haben am Samstagabend am Haltepunkt Weddel einen mit Hannover 96 Fans besetzten Regionalzug attackiert.
Die 20 bis 30 vermummten Angreifer haben dem Zug im Schutze der Dunkelheit aufgelauert.
Beim Halt in Weddel  gingen sie mit Stöcken, Baseballschlägern und Eisenstangen auf den Zug los.
Fenster wurden zerschlagen und drei Rauchkörper durch die Gewalttäter in den Zug geworfen.
Auch vom inneren des Zuges drängten Fans zu den Ausgängen, um die Konfrontation zu suchen.
Durch den beherzten Einsatz des auf dem Zug befindlichen Begleitkommandos der Bundespolizei konnte schlimmeres verhindert werden.
Die Beamten stellten sich zwischen die verfeindeten Fans und verhinderten so ein Eindringen in den Zug.
Durch die Angreifer wurde keine Rücksicht auf unbeteiligte Reisende genommen.
Mitreisende Kinder und Jugendliche suchten stark verängstigt hinter den Beamten der Bundespolizei Schutz.
Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. weiterlesen »

Eurosprinter ES64U4 erhält demnächst Zulassung in Polen

Geschwindigkeitsrekord auf polnischen Gleisen / Speed record onAm 8. Oktober 2009 erhielt die Eurosprinter-Lokomotive vom Typ ES64U4 ihre vorläufige Betriebszulassung für Polen. Sechs Monate lang muss sich die Viersystemlokomotive im täglichen Betrieb bewähren, um die endgültige Zulassung vom polnischen Bahnministerium zu erhalten. Die polnische Staatsbahn Polskie Koleje Panstwow-Intercity (PKP Intercity) bestellte im Sommer 2008 zehn Eurosprinter vom Typ ES64U4 mit einem Auftragsvolumen von mehr als 44 Millionen Euro. Nur ein Jahr nach Auftragseingang übergab Siemens Mobility die erste Lokomotive der Baureihe 183 601 an den Kunden, der die Lok auf den Namen „Husarz“ taufte.

Die vorläufige Zulassung kam rechtzeitig zur diesjährigen Schienenfahrzeugmesse TRAKO, die vom 14. bis 16. Oktober 2009 in Danzig stattgefunden hat. Siemens präsentierte zusammen mit PKP Intercity den zweiten Prototyp der „Husarz“-Lokomotive mit der Loknummer 183 602. weiterlesen »

Bahnmitarbeiter fällt hin und wird überrollt

Am 2.11.2009, gegen 10.35 Uhr, bemerkte der Lokführer einer von Bad Sassendorf in Richtung Soest fahrenden Eurobahn eine Person auf den Schienen. Trotz sofortiger Schnellbremsung konnte der 41-jährige Lokführer nicht verhindern, dass der Mann vom Zug erfasst und getötet wurde. Durch Polizei und Feuerwehr wurde die Strecke abgesucht, der Tote konnte nördlich des Marienkrankenhaus-Parkplatzes gefunden werden. Bei dem Toten handelt es sich um einen 54-jährigen Bahnmitarbeiter aus Lichtenau, der für die Kontrolle des Schienennetzes im Einsatz war. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Kripo kam der Mann offensichtlich unmittelbar vor dem Zug zu Fall und wurde überrollt. Fremdverschulden wird ausgeschlossen, so dass es sich um einen tragischen Arbeitsunfall handelt. Die Bahnstrecke musste zwischen Soest und Bad Sassendorf in beide Richtungen für etwa zwei Stunden komplett gesperrt werden.

Dank Mauerfall für 20 Euro durch ganz Deutschland

mauerfall_bDeutsche Bahn bietet zum Mauerfall-Jubiläum Sonderticket an
Reisende können für 20 Euro quer durch Deutschland fahren Kunden der Deutschen Bahn können zum 20-Jährigen Jubiläum des Mauerfalls für 20 Euro quer durch Deutschland fahren. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilte, ist das Festpreisticket «Mauerfall-Spezial» ab 9. November um 18.57 Uhr bis um 3.00 Uhr des Folgetages buchbar.
Das Angebot gelte für eine einfache Fahrt durch Deutschland im ICE und IC/EC in der zweiten Klasse. Reisezeitraum seien die 20 Tage zwischen dem 12. November und dem 1. Dezember 2009. weiterlesen »

Biegen sie rechts ab – auf die Bahngleise

pc290161Bahnübergang Himmelpforten (Landkreis Stade) Bahnstrecke Cuxhaven – Hamburg 01.11.2009, 18:46 Uhr

Die Ansage seines Navigationsgerätes hat einen 80-jährigen Autofahrer auf einem Bahnübergang in Himmelpforten beinahe “vor die Himmelspforte” geführt.

Der Mann wollte mit seinem Audi eigentlich in die Straße “Hüperskamp” hinter dem Bahnübergang der zweigleisigen Strecke abbiegen. Doch er folgte der Stimme seines Navigationsgerätes zu früh. Der 80-Jährige aus Stade geriet in das Schotterbett der Bahngleise und fuhr sich fest. Dabei beschädigte er den Kabelkanal der Schrankenanlage. Am PKW entstand ein Sachschaden von rund 1000 Euro.

Der Zugverkehr konnte rechtzeitig gestoppt werden. Das Auto wurde abgeschleppt. Die Bahnstrecke musste bis 20:30 Uhr gesperrt werden. Es verspäteten sich sechs Züge.

Eine Streife der Polizeiinspektion Stade und ein Notfallmanager der Bahn waren im Einsatz. Die Bundespolizeiinspektion Bremen ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.